Was ist der Unterschied zwischen Psychologin, Psychotherapeutin, Psychiaterin und Heilpraktikerin?

Aktualisiert: 18. Feb.

Für Patient:innen und Klient:innen ist es häufig gar nicht so leicht zu erkennen, wie gut ausgebildet ihr Gegenüber ist und ob sie an der richtigen Adresse sind. Hierfür ist es sinnvoll, die Unterscheidungsmerkmale zu kennen (z.B. Art des Studiums, Art der Abrechnung, etc.). Schauen Sie also erstmal gründlich, was im Lebenslauf steht und ob die Person gut zu Ihren Vorstellungen und Anliegen passt. Die relevantesten Unterschiede haben wir Ihnen hier noch einmal grob zusammengefasst:

Psycholog:in

Psycho-therapeut:in

Psychiater:in

Heil-praktiker:in für Psycho-therapie

Studium

ca. 5 Jahre Psychologie (Diplom/ Master)

ca. 5 Jahre Psychologie (Diplom/ Master)

ca. 6 Jahre Medizin (Staatsexamen)

egal

Weiterbildung

egal

ca. 5 Jahre Psychologische Psychotherapie

ca. 6 Jahre Facharzt für Psychiatrie

ca. 2 Jahre Heilpraktiker Psychotherapie

Darf Diagnosen stellen?

nein

ja

ja

ja

Darf Medikamente verschreiben?

nein

nein

ja

nein

Darf mit Krankenkasse abrechnen?

nein

ja, mit Kassensitz

ja, mit Kassensitz

nein

Dauer der Sitzung

länger

länger

kürzer

länger

Bietet an:

psychologische Beratung

psychologische Psychotherapie

psychiatrische Behandlung

Psychotherapie nach Heilpraktiker-gesetz

Geeignet für:

konkrete Anliegen, Alltags-probleme, akute Stress-situationen und Lebenskrisen, Prävention psychischer Erkrankungen

Patienten mit leichten bis schweren psychischen Erkrankungen z.B. Angst-störungen, Depression, Traumafolge-störungen

Patienten mit mittleren bis schweren psychischen Erkrankungen, die eine medikamen-töse Behandlung brauchen, z.B. schwere Depression, Schizophrenie, ADHS

Patienten mit leichten bis mittleren psychischen Erkrankungen z.B. Angst-störungen, leichte Depression, akute Stress-sitationen und Lebenskrisen


Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen und Heilpraktiker:innen unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen, z.B. in der Art des Studiums. Während Psycholog:innen und psychologische Psychotherapeut:innen jeweils Psychologie studiert haben, haben Psychiater:innen Medizin studiert. Psychologische Psychotherapeut:innen und Psychiater:innen müssen zudem eine weitere (i.d.R. berufsbegleitende) Qualifikation absolvieren, die ebenfalls weitere 5-6 Jahre dauern kann. So haben Psychologische Psychotherapeut:innen und Psychiater:innen also etwa 10-12 Jahre fachspezifischer Ausbildung mit mehreren schriftlichen und mündlichen Prüfungen hinter sich, bevor Sie Ihnen als Behandler gegenüber sitzen. Wenn sie über einen Kassensitz verfügen, dürfen sie ihre Behandlungen direkt über die Krankenkasse abrechnen. Psychiaterinnen dürfen zudem Medikamente wie z.B. Antidepressiva verschreiben. Bei der Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen arbeiten Psychologische Psychtherapeut:innen und Psychiater:innen häufig zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Dann ist es also sinnvoll, beide als Behandler zu haben. Kontrolliert und vertreten werden Ärzte und Psychotherapeut:innen durch die jeweiligen Kammern (z.B. Bundesärztekammer, Bundespsychotherapeutenkammer) und bei entsprechender Mitgliedschaft durch die jeweiligen Verbände (z.B. Bunderverband Deutscher Psychiater, Deutsche Psychotherapeutenvereinigung).


Heilpraktiker:innen müssen keinen fachspezifischen Studiengang vorweisen, sondern sich ihre Qualifikation stattdessen nach einer schriftlichen und mündlichen Prüfung durch das Gesundheitsamt bestätigen lassen. Hierauf können sie sich mit verschiedenen Ausbildungskursen (in Präsenz oder auch Online) vorbereiten. Je nach Anbieter geht das ganz schnell (z.B. 3 Monate) oder dauert etwas länger (z.B. 2 Jahre). In der Regel haben Heilpraktiker also weniger fachspezifische Ausbildungen und Prüfungen hinter sich, bevor sie Ihnen als Behandler gegenübersitzen. Heilpraktiker:innen dürfen nicht mit der Krankenkasse abrechnen, sondern bieten ihre Dienste i.d.R. auf Selbstzahlerbasis an. Sie dürfen auch keine Medikamente verschreiben. Kontrolliert und vertreten werden sie bei entsprechender Mitgliedschaft durch die jeweiligen Verbände (z.B. Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater).



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